Filmtipps

Threads

Großbritannien 1984, Darsteller: Karen Meagher, Reece Dinsdale

Regie: Mick Jackson

Kurzinhalt: In der Zentralenglischen Industriestadt Sheffield gehen die Menschen ihren normalen Tagewerk nach. Das junge Paar Ruth und Jimmy bereitet sich darauf vor sein erstes gemeinsames Kind zu bekommen, und werden dabei von ihren jeweiligen Familien unterstützt. Niemand schenkt den Nachrichten über wachsende Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion viel Beachtung, bis es zum nuklearen Schlagabtausch zwischen den beiden Supermächten kommt. Von nun an ist für die Bewohner von Sheffield nichts mehr so wie es vorher war, jeder Tag wird für sie zu einem Kampf ums überleben...

Als im Jahr 1983 der Katastrophenfilm „The Day after“ zum ersten Mal im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde, erregte er mehr Aufsehen als jeder Fernsehfilm zuvor, denn nie wurden die Konsequenzen eines weltweiten Atomkrieges drastischer dargestellt. Nicht wenigen amerikanischen Bürgern wurde erst durch diesen Film bewusst, in was für einer Gefahr sich die gesamte Weltbevölkerung durch das atomare Wettrüsten der Supermächte befand.

Doch nur ein Jahr später realisierte die britische BBC den thematisch ähnlich gelagerten Film „Threads“, der in der Darstellung der apokalyptischen Folgezeit eines solchen Krieges noch wesentlich weiter ging.

Während sich „The Day after“ in seiner Dramaturgie und Figurenzeichnung noch ganz an die typischen Konventionen des Katastrophenfilms der siebziger Jahre hielt, ist der von Mick Jackson inzenierte „Threads“ eher im Stil einer Pseudodokumentation gehalten. Jackson verzichtet völlig auf musikalische Untermalung und hat seinen Film mit keinen bekannten Stars besetzt, wodurch er umso realer und vor allem umso erschreckender auf den Betrachter wirkt. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass im Lauf der Handlung immer wieder Texttafeln eingeblendet werden, durch die der Zuschauer kurz und knapp über die immer weiter ansteigende Zahl der Toten durch die radioaktive Strahlung, durch Nahrungsmangel und durch Seuchen sowie den Grad der Zerstörung informiert wird. Zudem zeigt „Threads“ die langfristigen Auswirkungen des Krieges über einen Zeitraum von mehreren Jahren, während sich „The Day after“ dabei nur auf die ersten Wochen nach den nuklearen Angriffen beschränkte. Auch deshalb wird „Threads“ von vielen als der bessere Film angesehen. Mit schonungsloser Offenheit macht der Film deutlich, dass es nach einem atomaren Holocaust keinerlei Hoffnung mehr für die Menschheit gäbe sich jemals wieder vollständig von dessen Folgen zu erholen: Die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medizin, Elektrizität und Wasser bricht völlig zusammen. Die öffentliche Ordnung kann von dem, was noch von der Polizei übrig geblieben ist nicht mehr aufrecht erhalten werden, weswegen Plünderer und Diebe kurzerhand exekutiert werden. Durch die Zerstörung der Ozonschicht erkranken zudem viele der Überlebenden an Hautkrebs.

Da von dem Film keine deutsch synchronisierte Fassung erhältlich ist sind gewisse Englischkenntnisse für das Verständnis der Handlung vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig. Die Kraft der unheimlich authentisch wirkenden Bilder reicht völlig aus, um den Zuschauer nachhaltig zu beunruhigen. „Threads“ ist auf verschiedenen Videoplattformen im Internet kostenfrei abrufbar und jedem zu empfehlen, der keine Angst hat sich vor Augen führen zu lassen in was für einer Gefahr sich jeder einzelne Mensch auf der Welt befindet solange es noch Atomwaffen gibt, die von verantwortungslosen Politikern wie ein Spielzeug benutzt werden.

 

The Man from Earth

USA 2007, Darsteller: Tony Todd, John Billingsley, David Lee Smith

Regie: Richard Schenkman

Kurzinhalt: Der Geschichtsdozent John Oldman kündigt seine Stelle, packt seine Sachen und macht sich bereit in eine andere Stadt zu ziehen. Unmittelbar vor seiner Abreise wird er von seinen Kollegen von der Universität überrascht, die mit ihm eine spontane Abschiedsparty feiern wollen. Als sie ihm nach dem Grund seiner Kündigung fragen, erzählt er ihnen nach einigen zögern eine ungeheuerliche Geschichte...

Angenommen, ein Freund von Ihnen würde behaupten, er sei ein unsterblicher Urmensch, der vor etwa 14.000 Jahren zur Welt gekommen ist. Wahrscheinlich würden Sie sich ernsthafte Sorgen um seinen Geisteszustand machen oder denken, dass er sich einen eigenartigen Scherz mit Ihnen erlaubt.

Um ihn auf die Probe zu stellen, würden Sie ihm vielleicht einige Fragen stellen, um ihn auf den Zahn zu fühlen. Aber was wäre, wenn Ihr Freund auf jeder Ihrer Fragen die passende Antwort parat hätte? Wenn er schlüssig und nachvollziehbar Begebenheiten aus seinem langen Leben erzählen würde, die seine Behauptung stützen? Vielleicht wären Sie irgendwann bereit seine fantastische Geschichte doch ernst zu nehmen. Zumindest würde es Ihnen immer schwerer fallen ihm nicht zuzuhören. Denn wer weiß: Womöglich steckt in seiner Behauptung ja doch ein Körnchen Wahrheit?

Der amerikanische Science Fiction Autor Jerome Bixby, auf dessen Konto viele „Star Trek“ und „Twilight Zone“ Episoden gehen, hat im Jahr 1997 ein Drehbuch zu Papier gebracht, in der es um genau diese Frage geht: Der Geschichtsdozent John Oldman behauptet seinen Universitätskollegen gegenüber vor 14.000 Jahren geboren worden zu sein. Seine Freunde, allesamt Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten, beginnen ihn daraufhin auszufragen, um eventuelle Widersprüche in seiner Geschichte zu finden, die ihn als Lügner entlarven...

Während seiner gesamten Laufzeit spielt „The Man from Earth“ praktisch nur in einem einzigen Raum und ist damit der beste Gegenbeweis der These, dass SF-Filme stets mit aufwendigen Spezialeffekten aufwarten müssen, um das Publikum zu fesseln. Bei dem Schauplatz handelt es sich um eine abgelegene Berghütte, die sich in einer urtümlichen Landschaft befindet, die perfekt zu Johns Geschichte passt. Die Spannung entsteht ausschließlich aus den Dialogen, ähnlich wie es Sidney Lumet 50 Jahre zuvor in seinem Klassiker „Die zwölf Geschworenen“ vorgemacht hat. Dadurch dringt dieser kleine Film zum Kern dessen vor, was wirklich gute Science Fiction in meinen Augen ausmacht: Die Beschäftigung mit einer originellen Idee, die den Zuschauer zum Nachdenken anregt und ihm eine neue Sichtweise der Realität anbietet. Außerdem macht der Film auf die Frühgeschichte der Menschheit neugierig, darauf wie es der Mensch in seiner Geschichte geschafft hat zu werden, was er ist. Ohne das irgendwelche Ausschnitte aus vergangenen Epochen gezeigt werden, regt er die Phantasie des Betrachters an und bringt ihn dazu sein eigenes Leben in einen anderen Kontext zu sehen, eingebettet in eine Geschichte, die vor tausenden von Jahren begann, als der Mensch begann seine Zivilisation aufzubauen, von der jeder von uns ein kleiner Teil ist.

 

The Quiet Earth – Das letzte Experiment

Neuseeland 1985, Darsteller: Bruno Lawrence, Alison Routledge, Pete Smith

Regie: Geoff Murphy

Kurzinhalt: An einem ganz normalen Tag erwacht der Wissenschaftler Zac Hobson in einem Motelzimmer. Am Abend zuvor hatte er versucht sich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben zu nehmen, da es ihm nicht gelungen ist seine Vorgesetzten dazu zu bringen ein Experiment, das er für hochgefährlich hält abzubrechen. Da Zac an diesem Experiment mitgearbeitet hat, leidet er deswegen unter Schuldgefühlen. Doch er hat seinen Selbstmordversuch überlebt und sieht sich nun mit der Tatsache konfrontiert, dass seine Warnungen völlig gerechtfertigt waren...

Der ein oder andere von uns hat sich in einem Augenblick der Wut über seine Mitmenschen vielleicht schon einmal gewünscht wenigstens für eine gewisse Zeit der einzige Mensch auf der Welt zu sein, und so den ganzen Planeten für sich allein zu haben.

Der neuseeländische Regisseur Geoff Murphy hat diese reizvolle Grundidee in seinem Endzeitfilm „The Quiet Earth“ durchgespielt, in dem sich der Wissenschaftler Zac Hobson eines Morgens tatsächlich in einer völlig menschenleeren Umwelt wiederfindet. Sämtliche Städte sind wie ausgestorben, als hätten sich deren Einwohner von einer Sekunde auf die nächste einfach in Luft aufgelöst. Aus Gründen, die ihm zunächst selbst nicht klar sind, hat er scheinbar als Einziger überlebt. Zunächst genießt Zac noch die Freiheiten, die sich aus seiner Situation ergeben. Doch Angesichts seiner Einsamkeit verschlechtert sich sein Geisteszustand mit der Zeit rapide. Der Film macht dadurch deutlich, dass seine Situation der einzige Mensch auf der Welt zu sein mit einem Aufenthalt in der Hölle vergleichbar ist. Hauptdarsteller Bruno Lawrence stellt das allmähliche Abgleiten seiner Figur in einen psychotischen Zustand eindrucksvoll dar. Durch Zacs Versuche sich durch eine Konsumorgie von seiner Frustration abzulenken, macht Regisseur Murphy auf metaphorische Weise deutlich wie wenig hilfreich hemmungsloses Konsumieren für den einzelnen Menschen letztlich ist, wenn es darum geht seine innere Leere zu füllen. Die leere Welt in seinem Film steht sinnbildlich für diese innere Leere, die in Wirklichkeit so manch Angehöriger unserer Überflussgesellschaft auf bewusster oder unbewusster Ebene wahrnimmt, und von der wir uns abzulenken versuchen, indem wir uns verschwenderischen Ausflügen in Kaufhäuser und Onlineshops hingeben. Denn ebenso wie mancher Zeitgenosse in den westlichen Industrienationen, glaubt auch Zac Hobson seine Einsamkeit durch die Anhäufung materieller Besitztümer zu kompensieren, was ihn jedoch nicht davor bewahrt beinahe seinen Verstand zu verlieren.

Die ungewöhnliche Schlussszene von „The Quiet Earth“ lädt zu unterschiedlichen Interpretationen ein, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Doch wem es schon immer gestört hat, wenn ein Filmende alle Fragen, welche die Geschichte aufgeworfen hat restlos beantwortet, und stattdessen lieber seine eigene Fantasie von einem rätselhaften Schluss anregen lassen möchte, wird damit sicherlich keine Probleme haben. Zu loben ist auch, dass der Film fast gänzlich ohne ausufernde Spezial-Effekte auskommt und trotzdem - oder gerade deshalb? - das Ende der Menschheit umso eindrucksvoller darstellt.

 

The Abyss

USA 1989, Darsteller: Ed Harris, Mary Elisabeth Mastrantonio, Michael Biehn

Regie: James Cameron

Kurzinhalt: Als ein Atom U-Boot der US Navy in der Karibik sinkt, wird die Crew einer Unterwasserölförderplattform damit beauftragt die Nuklearsprengköpfe aus dessen Inneren mit Hilfe eines Trupps Navy Seals zu bergen. Während der Aktion haben einige der Besatzungsmitglieder rätselhafte Begegnungen mit unerklärlichen Lichterscheinungen. Als daraufhin einer der Soldaten durchdreht, macht er einen der Atomsprengköpfe scharf und läßt ihn auf dem Meeresgrund versinken. Als der Vorarbeiter der Ölplattform, Bud Brigman, hinabtaucht, um ihn zu bergen, kommt es zu einer im wahrsten Sinne des Wortes unheimlichen Begegnung der dritten Art...

Nachdem James Cameron mit "Der Terminator" und "Aliens - Die Rückkehr" zwei höchst erfolgreiche Action-Blockbuster scheinbar mühelos aus der Hüfte geschossen hatte, ließ er es bei seiner nächsten Regiearbeit - zumindest inhaltlich - etwas ruhiger angehen: Mit dem Unterwasserthriller "The Abyss" verfilmte er im Jahr 1989 eine Geschichte, die ihm bereits als Jungendlicher eingefallen war, und bei dem es ihn nicht in erste Linie darum ging den Adrenalinpegel des Zuschauers durch die Kämpfe mit nichtmenschlichen Monstern in die Höhe zu treiben. Ungewöhnlich für einen Science-Fiction Film spielt das Epos ausnahmsweise mal nicht in den Tiefen des Weltraumes, sondern auf dem Meeresgrund, wodurch Cameron erstmals die Gelegenheit hatte seine Leidenschaft für das Tauchen in einen Film einfließen zu lassen. 

Der technische Aufwand, mit dem Cameron sein ambitoniertes Projekt realisierte war seinerzeit beispiellos. Obwohl der Film fast zur Gänze in den Tiefen des Ozeans spielt, wurde praktisch keine einzige Szene wirklich dort gedreht. Vielmehr wurde die Ölplattform, die den Hauptschauplatz von "The Abyss" bildet in einem riesigen Wassertank in "Lebensgröße" aufgebaut. Dieser Tank enthielt soviel Wasser wie ein Mensch im Laufe seines ganzen Lebens verbraucht! Der enorme technische Aufwand sorgte während der Dreharbeiten freillich für zahlreiche Schwierigkeiten, die dazu führten das Cameron sein geplantes Budget und auch den Drehplan hemmungslos überzog. Hauptdarsteller Ed Harris wäre sogar beinahe ertrunken.

Obwohl "The Abyss" einige packende Actionszenen enthält, die in der für Cameron typischen Perfektion gemacht sind, ist der Film doch um einiges ruhiger und - im wahrsten Sinne des Wortes - tiefgründiger als seine beiden Vorgänger. Mit seinem visuell unglaublich beeindruckenden Unterwasserdrama hat Cameron zum ersten Mal gezeigt, dass er auch komplexere Science-Fiction Stoffe umzusetzen vermag. Der Film punktet mit einer überzeugenden Mischung aus Emotion und Dramatik, der man sich kaum entziehen kann und die jeden Vergleich mit den großen Klassikern des Science-Fiction Genres standhält. Leider war dem Film kein so riesiger Erfolg an den Kinokassen vergönnt wie "Titanic" oder gar "Avatar", was ihn wohl zu Camerons am meisten unterschätzten Filmen macht. Wer ihm jedoch eine Chance gibt, wird "The Abyss" so schnell nicht wieder vergessen.

 

Duell

USA 1971, Darsteller: Dennis Weaver

Regie: Steven Spielberg

Kurzinhalt: Der Handelsvertreter David Mann ist mit seinen Wagen auf einem Wüstenhighway, irgendwo in der Wüste Kaliforniens unterwegs zu einem Geschäftstermin, als er einen alten, klapprigen Tanklaster überholt, dessen Fahrer sich von diesem Manöver offensichtlich provoziert fühlt: Er startet eine Hetzjagd auf David und versucht ihn von der Straße zu drängen, um ihn zu töten...

Anfang der siebziger Jahre war Steven Spielberg noch ein relativ unbekannter Fernsehregisseur, der sich seine Brötchen durch die Inzenierung diverser Episoden verschiedener TV-Serien verdiente. Als er im Jahr 1971 von dem Sender ABC den Auftrag erhielt eine Kurzgeschichte des berühmten Science-Fiction Autors Richard Matheson als "Fernsehfilm der Woche" zu adaptieren, konnte noch niemand ahnen, dass damit eine beispiellose Regiekarriere ihren Anfang nehmen würde. Spielberg gelang das Kunststück aus einem Minimum an Handlung ein Maximum an Spannung herauszuholen.

Während seiner gesamten Laufzeit besteht der Film praktisch nur aus einer einzigen langen Verfolgungsjagd, ohne jegliche Nebenhandlung und nur mit den nötigsten Dialog. Durch die für damalige Verhältnisse recht gewagten Kamerafahrten, einer pulstreibenden Musik und einem raffinierten Spannungsaufbau bewies Spielberg bereits mit seinem Erstling sein außergewöhnliches Talent als ein Filmemacher, der vor allem in Bildern denkt und der genau weiß wie man den Zuschauer in den Film buchstäblich hineinzieht. Dabei hebt sich "Duell" auch von anderen vergleichbaren Actionfilmen durch die Tatsache ab, dass der "Held" kein cooler Macho ist, sondern ein ganz gewöhnlicher, unsicherer Bürohengst, der mit der ebenso bedrohlichen wie mysteriösen Situation völlig überfordert ist. Dadurch ist es für den Zuschauer umso leichter sich mit ihm zu idendifizieren.

So wie Spielberg mit seiner späteren Hitproduktion "Der weiße Hai" seinem Publikum eine kollektive Angst vor dem Baden im Meer eingejagt hat, so verstärkte er mit "Duell" jene diffuse Angst, die viele von uns sicherlich schon einmal gespürt haben, wenn ein riesiger Sattelschlepper uns auf der Autobahn überholt und unseren kleinen PKW dagegen wie einen wehrlosen Zwerg erscheinen läßt. Denn wer weiß: Möglicherweise sitzt hinter dessen Lenkrad ja ein gwissenloser Psychopath, der sich animiert fühlt seinen Truck als Mordwaffe zu benutzen. Auf jeden Fall wird man sich nach dem Anschauen von "Duell" in seiner Paranoia wahrscheinlich gar nicht mehr so lächerlich vorkommen.

 

Unheimliche Begegnung der dritten Art

USA 1977, Darsteller: Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Melinda Dillon

Regie: Steven Spielberg

Kurzinhalt: Nach einer nächtlichen Begegnung mit einem fremden Flugobjekt entwickelt der Kraftwerksingenieur Roy Neary regelrechte Bessesnheit für UFOs. Ihm plagen außerdem Visionen von einem Berg, den er noch nie in seinem Leben gesehen hat. Zur selben Zeit geht der französische Forscher Lacombe einer Reihe von Vorkomnissen auf der ganzen Welt nach, die alle auf den baldigen Versuch einer Kontaktaufnahme außerirdischer Wesen mit der Menschheit hindeuten. Die Wege von Neary und Lacombe kreuzen sich schließlich am Berg Devils Tower in Wyoming, wo sie Zeuge eines Ereignisses werden, das sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen können...  

Geschichten über UFOs, die die Erde besuchen, hat wohl jeder von uns schon einmal gehört. Bei jenen Sichtungen handelt es sich zumeist um wenig glaubwürdige Berichte von Zeugen, die ihre Behauptungen praktisch nie beweisen können. Vermeintliche Fotos oder Videoaufnahmen von am Nachthimmel umherflitzenden Lichtern erweisen sich meistens als mehr oder weniger gut gemachte Fälschungen oder nur als Verwechselungen mit natürlichen Himmelsphänomenen, wie zum Beispiel Sternenschnuppen oder dergleichen.

Nichtsdestotrotz hat sich Steven Spielberg schon für UFOs interessiert, seit sein Vater ihn als Kind eines Nachts aus dem Bett holte und auf ein Feld fuhr, um den kleinen Steven einen spektakulären Meteoritenschauer zu zeigen. Dieses Erlebnis stellte seine erste Berührung mit der Welt außerhalb der Erde dar. Im Jahr 1977, zwei Jahre nachdem Spielberg mit "Der weiße Hai" den ersten Blockbuster der Kinogeschichte schuf, drehte er einen Film, der seiner Faszination für den Weltraum und für die Spekulationen über außerirdisches Leben Ausdruck verlieh. "Unheimliche Begegnung der dritten Art" war einer der ersten Science-Fiction Filme, in denen Besucher aus dem All nicht als Bedrohung für die Menschheit, sondern als Freunde dargestellt wurden, die einen friedlichen Kontakt mit der Menschheit aufzunehmen versuchten.

Es ist unverkennbar, dass die Figur des Roy Neary zahlreiche Charaktermerkmale mit Steven Spielberg teilt. Er ist ein großes Kind, das mit brennender Neugierde das Geheimnis zu lüften versucht, von dem er selbst ein Teil geworden ist. Spielberg erinnert uns so auf subtile Art an die Zeit zurück, als wir noch selbst Kinder waren und die Welt uns noch wie ein einziges großes Wunder voller Rätsel erschien. Dies macht "Unheimliche Begegnung der dritten Art" zum idealen Film für alle, die sich einen Sense of Wonder bewahrt haben.  

 

Contact

USA 1997, Darsteller: Jodie Foster, Matthew McConaughey, Tom Skerritt

Regie: Robert Zemeckis

Kurzinhalt: Die ehrgeizige Astronomin Ellie Arroway ist bereits seit ihrer Kindheit von der Vorstellung fasziniert, dass es in den Weiten des Alls intelligente Wesen gibt, mit denen es vielleicht möglich wäre Kontakt aufzunehmen. Eines Tages fängt sie tatsächlich ein Funksignal einer fremden Zivilisation auf, welches den Bauplan für eine gigantische Maschine enthält. Diese soll es einem einzelnen Menschen ermöglichen die Erde zu verlassen und die Welt der Außerirdischen zu besuchen...

Wenn man sich die unzähligen Produktionen aus den Studios der Traumfabrik Hollywood ansieht, in denen die Erde Besuch von außerirdischen Wesen bekommt, kristallisiert sich heraus, dass es im Grunde nur zwei Arten von Filmen gibt, in denen dieses Szenario durchgespielt wird: Invasionsfilme und Komödien. Entweder werden die Fremden als böswillige Aggressoren dargestellt, die die Menschheit ausrotten wollen (Independence Day, Krieg der Welten) oder als Wesen deren Anwesenheit auf unseren Heimatplaneten zu allerlei komischen Situationen führt, wodurch unser eigenes Leben satirisch reflektiert wird (Paul - Ein Alien auf der Flucht).

Doch im Jahr 1997 entstand ein Film, der sich auf bemerkenswerte Art und Weise von diesem bekannten Mustern abhob: "Contact", der von dem preisgekrönten Regisseur Robert Zemeckis nach einer Vorlage von Carl Sagan realisiert wurde.

Es gibt keinen anderen zeitgenössischen Science-Fiction Film, der die Frage nach den Konsequenzen eines ersten Kontaktes zwischen uns Menschen und Wesen aus dem All mit größerer Ernsthaftigkeit nachgeht als dies bei "Contact" der Fall ist. Der Film schreckt nicht davor zurück sich mit den religiösen Problemen zu beschäftigen, die sich aus einem solchen Ereignis ergeben würden. Obwohl er dabei nicht so tief ins Detail geht wie Sagans Roman, stellt "Contact" eine wohltuende Abwechslung vom mit CGI Effekten aufgemotzten Blockbustern wie "Man of Steel" oder"Star Trek into Darkness" dar. Der Film nimmt sein Publikum ernst und fordert es dazu auf, sich mit philosphischen Fragen zu beschäftigen, die vor allem den alten Konflikt zwischen (wissenschaftlicher) Vernunft und (religiösen) Glauben betreffen.

Hervorzuheben ist außerdem das Spiel von Jodie Foster, der es einmal mehr gelingt einem von ihr dargestellten Charakter absolute Glaubwürdigkeit zu verleihen und sowohl ihre innere Zerissenheit als auch ihre Leidenschaft für die Forschung für den Zuschauer erfahrbar zu machen.

 

Der Flug des Phönix

USA 1965, Darsteller: James Stewart, Hardy Krueger, Richard Attenborough

Regie: Robert Aldrich

Kurzinhalt: Auf dem Rückflug von einer Ölquelle in der Sahara Wüste gerät das Flugzeug des Ölkonzerns in einen Sandsturm und muss Notlanden. Die Passagiere - eine Gruppe charakterlich höchst unterschiedlicher Männer - versuchen sich mit der Situation so gut wie möglich zu arrangieren. Doch als selbst nach Tagen keine Rettung in Sicht ist und die Wasservorräte langsam zu Neige gehen, schlägt der deutsche Ingenieur Dorfmann einen kühnen Plan vor: Er will aus den Trümmern der Maschine ein improvisiertes neues Flugzeug konstruieren...

Der Kampf ums Überleben in einer extremen Situation war schon immer ein beliebtes Motiv im Kino. Das Subgenre des Survival Films bezieht seinen Reiz daraus, ganz gewöhnliche Menschen im Angesicht lebensgefährlicher Bedrohungen zu zeigen, und den Zuschauer unbewusst dazu zu veranlassen sich zu fragen wie er selbst in der entsprechenden Situation verhalten würde. Im Jahr 1965 brachte Robert Aldrich, der Mann hinter Filmklassikern wie „Das dreckige Dutzend“ und „Vera Cruz“, einen Vorläufer des Katastrophenfilms der siebziger Jahre in die Kinos, der zu einem Klassiker dieses Genres wurde. Dabei legt er sein Hauptaugenmerk jedoch nicht auf technische Spielerreien oder wildes Actiongetöse, sondern auf die Charaktere und ihr Verhalten im Angesicht des sicher scheinenden Todes

Der Pilot Frank Towns (James Stewart) hält Dorfmanns Idee zunächst für völlig verrückt, was er diesem auch deutlich zu verstehen gibt. Doch er sieht schließlich ein, dass sie keine andere Wahl haben, wenn die Gruppe überleben soll. Während des Baus des Flugzeuges kommt es jedoch immer wieder zu Streitereien zwischen den kühlen Dorfmann und den raubeinigen Towns, die das Unternehmen an den Rand des Scheiterns bringen.

Es gelingt Aldrich auf meisterhafte Art und Weise die Ausweglosigkeit der Situation, in der sich seine Protagonisten befinden zu zeigen. Man glaubt beim Betrachten des Films die Hitze der Wüste buchstäblich am eigenen Leib zu spüren. Und trotz der Tatsache, dass sich unter den Passagieren der Unglücksmaschine nur wenige Sympathieträger im eigentlichen Sinn befinden, fiebert man mit jedem von ihnen mit. Denn es ist vor allem die hervorragende Leistung des Ensembles und das tolle Drehbuch, welches „Der Flug des Phönix“ zu einem höchst spannenden Actiondrama machen, welches man unbedingt gesehen haben sollte.

 

Lohn der Angst

Frankreich 1953, Darsteller: Yves Montand, Charles Vanel, Peter van Eyck

Regie: Henri-George Clouzot

Kurzinhalt: Wer in dem winzigen Nest Las Piedras mitten in der Einöde von Venezuela festsitzt möchte nur eins: weg, und zwar so schnell wie möglich. Doch von den hier gestrandeten Männern aus aller Herren Länder hat niemand einen Job, um sich den Flug nach Hause leisten zu können. Als eines Tages eine Ölquelle der amerikanischen Southern Oil Company in Flammen aufgeht, bietet das Unternehmen 2.000 Dollar pro Fahrer für den Transport von hochexplosiven Nitroglyzerin dorthin, mit dem das Feuer durch eine Druckwelle ausgepustet werden soll. Mario, Jo, Bimba und Luigi haben das „Glück“ ausgewählt zu werden die Höllenfahrt über 300 Kilometer unbefestigter Landstraßen anzutreten. Doch nicht alle von ihnen werden das Ziel erreichen...

Der Klassiker der Spannungskinos gilt bis heute als ein stilbildendes Meisterwerk und als Start der Karriere von Frankreichs Film- und Gesangslegende Yves Montand. Nachdem er dem Zuschauer seine komplexen Figuren und die trostlosen Verhältnisse, in denen sie leben vorgestellt hat, baut Regisseur Clouzot von Minute zu Minute auf mustergültige Art und Weise eine nervenzerrende Spannung auf. Aber „Lohn der Angst“ ist wesentlich mehr, als einfach nur ein fesselnder Thriller: Er ist im gleichen Maße eine herbe Kritik an der Unmenschlichkeit des Kapitalismus. Der örtliche Vertreter der Southern Oil Company wird als durch und durch unsympathischer Geschäftsmann dargestellt, dem es nur darum geht, die für seine Firma so wertvolle Ölquelle möglichst schnell zu retten. Die Gefahren, in die sich „seine“ Männer dafür begeben sind für ihn nur zweitrangig. Er kalkuliert sogar mit ein, dass nicht beide Trucks das Ziel erreichen werden. So kritisiert „Lohn der Angst“ die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch große Konzerne in bitterer Deutlichkeit, die den Film über vergleichbare Werke der Filmgeschichte abhebt und ihn für viele Kritiker zu einem der besten Filme aller Zeiten machen.

Bemerkenswert ist, dass der Streifen nicht etwas in Südamerika, sondern in Frankreich gedreht wurde. Durch sorgfältige Auswahl der Drehorte und eine hervorragende Kameraarbeit fällt dies jedoch nie auf. Zur realistischen Atmosphäre des Films tragen aber vor allem die überzeugenden Schauspieler bei, die ihren Figuren menschliche Tiefe geben und in jede Szene absolut authentisch wirken lassen. Und auch das unerwartete Ende hebt "Lohn der Angst" von anderen Abenteuerdramen ab, da es sicher keinen Zuschauer kaltlässt.

 

Die zwölf Geschworenen

USA 1957, Darsteller: Henry Fonda, Lee J. Cobb, Martin Balsam

Regie: Sidney Lumet

Kurzinhalt: Ein heißer Tag in einem Gerichtsgebäude, in den USA: Einem jungen Puertoricaner wird der Prozess gemacht, da er seinen eigenen Vater im Streit erstochen haben soll. Sämtliche Indizien sprechen für seine Schuld, eine Zeugin will den Mord mit eigenen Augen beobachtet haben und ein Nachbar hat gesehen, wie der junge Mann fluchtartig den Tatort verließ. Aufgrund der erdrückenden Indizien stimmen elf von ihnen für schuldig. Nur Geschworener Nummer 8 hat berechtigte Zweifel an der Beweisführung der Staatsanwaltschaft und versucht seine Jurykollegen davon zu überzeugen kein Todesurteil über den Angeklagten zu fällen.

Regisseur Sidney Lumet, der mit diesem ungewöhnlichen Gerichtsdrama seine Kinokarriere begann, behandelt wichtige Fragen nach den Wert von Menschlichkeit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Er macht die Schwächen des US-Geschworenensystems deutlich, indem er aufzeigt, dass diese drei Faktoren leicht unter den Tisch fallen können, wenn die Mitglieder der Jury sich von egoistischen Motiven leiten lassen. Gleichzeitig regt „Die zwölf Geschworenen“ den Zuschauer zum Nachdenken über die Frage an, ob scheinbar so eindeutige Sachverhalte wirklich so eindeutig sind, wie sie zu sein scheinen. Man kann aus dem Film für das „wirkliche Leben“ die Lehre ziehen, dass sich einem die Wahrheit eben erst auf den zweiten Blick offenbart, und wie wichtig es ist an vermeintlichen Gewissheiten zu zweifeln.

In unserer heutigen Zeit, in der immer weniger Menschen den Mut haben sich eine eigene Meinung zu bilden, auch wenn diese von der Mehrheitsmeinung abweicht, ist dies immer noch eine hochaktuelle Botschaft. Somit ist der Film auch eine Ermahnung zum selbständigen Denken. Trotz der Tatsache, dass er sich gegen alle seine Mitgeschworenen stellt, hat der von Henry Fonda gespielte Querdenker keine Scheu seine Meinung klar zu sagen und dabei auch zu riskieren, dass ein kaltblütiger Mörder freigesprochen wird. Aber ihm ist klar, dass es immer besser ist seinem Gewissen zu folgen, als es sich einfach zu machen, und sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen. Gerade in unseren heutigen postfaktischen Zeiten ist diese Botschaft von Lumets Klassiker hochaktuell.

 

2001 – Odyssee im Weltraum

USA 1968, Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, HAL 9000

Regie: Stanley Kubrick

Kurzinhalt: Auf dem Mond wird ein schwarzer Monolith entdeckt, der dort anscheinend schon vor Millionen von Jahren von außerirdischen Wesen vergraben wurde. Als er kurz darauf ein Funksignal aussendet, welches auf dem Planeten Jupiter gerichtet ist, schickt man ein Raumschiff dorthin, in der Hoffnung mehr über den Ursprung des rätselhaften Fundstückes zu erfahren. Doch während der Reise erlebt dessen Crew ein Abenteuer, das sie bis schließlich bis jenseits der Unendlichkeit führt...

Bis zum Jahr 1968 galt das Science-Fiction Genre nicht gerade als Liebling der Kritiker. Die meisten Filme wurden nur als triviale Comicunterhaltung, ohne tieferen Anspruch belächelt. Erst dem bereits damals als Genie gefeierten Regisseur Stanley Kubrick gelang es in jenem Jahr den ersten wirklich „erwachsenen“ SF-Film zu drehen, der dem Genre endgültig dazu verhalf endlich ernst genommen zu werden. In Zusammenarbeit mit dem bekannten Schriftsteller Arthur C. Clarke erarbeitete er ein Drehbuch, welches den Aufbruch des Menschen in den Kosmos als einen von mächtigen außerirdischen Wesen in Gang gesetzten Vorstoß in neue Bereiche der menschlichen Entwicklung schildert. Die Handlung des Streifens mit Worten zu beschreiben ist praktisch unmöglich, da es Kubrick darum ging einen Film zu machen, der seine Geschichte in erster Linie über seine Bilder und nicht durch die Dialoge erzählt. Diese Vorgehensweise Kubricks ist nicht zuletzt der Grund dafür, warum „2001“ öfter von Zuschauern, Kritikern und auch Philosophen analysiert wurde wie kein anderer Film davor oder danach. Um diese ebenso spektakulären wie rätselhaften Bilder zu kreieren, nutzte der Regisseur die besten zur damaligen Zeit verfügbaren Tricktechniken. Erst Jahre später konnte George Lucas die Qualität der visuellen Effekte mit seiner „Star Wars“ Trilogie übertrumpfen.

Doch zu einem Meilenstein der Filmgeschichte wurde „2001 – Odyssee im Weltraum“ in erster Linie durch seine philosophische Dimension: Ganz entsprechend dem Geist der Zeit, in der er entstand, greift „2001“ metaphysische Spekulationen über den Ursprung der Menschheit auf und denkt diese konsequent weiter. Kubrick und Clarke sehen die Evolution unserer Spezies als das Ergebnis eines von Außerirdischen durchgeführten, anthropologischen Experiments. Vor Millionen von Jahren sorgten die Besucher aus dem All dafür, dass aus den damaligen Menschenaffen intelligente Wesen wurden, die in der Lage waren Werkzeuge und Waffen zu benutzen, was schließlich zur Entwicklung unserer modernen Zivilisation führte.

Für an die CGI Action moderner Blockbuster gewöhnte Zuschauer könnte Kubricks elegisches Meisterwerk eine echte Geduldsprobe darstellen, doch wer sich darauf einlässt wird es nie wieder vergessen.

 

Das Leben des Brian

Großbritannien 1979, Darsteller: John Cleese, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin, Graham Chapman, Terry Gilliam

Regie: Terry Jones

Kurzinhalt: Der Jude Brian kommt in der selben Nacht zu Welt, in der Jesus Christus geboren wurde. Und nicht nur das: Sein Geburtsort liegt genau in der Nachbarschaft zu berühmten Krippe, in welcher der vermeintliche Gottessohn das Licht der Welt erblickt. Dies ist nur der Anfang einer endlosen Kette von seltsamen Begegnungen und Ereignissen, die Brian im Lauf seines Lebens wiederfahren, und welche die Absurditäten des christlichen Glaubens nur allzu deutlich machen...

Dass es durchaus heikel sein kann, sich über das Thema Religion lustig zu machen, musste die legendäre britische Komikertruppe Monty Pyhton im Jahr 1979 erfahren, als sie ihre wohl beste Komödie "Das Leben des Brian" in die Kinos brachten. Viele fromme Geister haben sich über den respektlosen Humor des Streifens ereifert, weil sie ihre religiösen Gefühle durch ihn verletzt sahen. Einige Kirchenvertreter haben ihren Schäfchen abgeraten sich dieses "blasphemische Machwerk" anzusehen und in manchen Ländern wurde es sogar verboten. Diese ganze Aufregung macht deutlich womit wir es hier zu tun haben: Mit einer absolut genialen Komödie, die es geschafft hat einen Nerv zu treffen.

Auf dem ersten Blick scheint "Das Leben des Brian" tatsächlich nicht viel Respekt vor dem Thema Religion zu haben. Dies zeigt sich schon in einer der ersten Szenen des Films, in dem eine Gruppe von Zuhörern sich darüber streiten, was Jesus genau mit der Bergpredigt sagen will, da sie zu weit von ihm entfernt stehen, um seine Worte richtig zu verstehen. Mit dieser Szenen machen die Pyhtons deutlich, dass man die Inhalte religiöser Überlieferungen nicht allzu wörtlich nehmen sollte, da man sich nie sicher sein kann, dass deren jeweilige Urheber wirklich klar genug ausgedrückt haben, was sie mitteilen wollten.

Der Film ist voll solcher intelligent-ironischen Szenen, welche die Legitimität der sogenannten "Heilligen Schrift" schlau hinterfragen und die Notwendigkeit selbständigen Denkens verdeutlichen. So ist der Ärger von manch religiösen Zeitgenossen nicht ganz nachvollziehbar: Ist es denn so furchtbar, wenn ein Film durch Humor versucht dem Zuschauer eine neue Sicht auf das Christentum anzubieten? Wovor hatten die kirchlichen Kritiker Angst? Davor dass der ein oder andere Christ vom Glauben abfallen könnte, wenn er sie dazu animiert dogmatische Lehrmeinungen nicht mehr einfach so hinzunehmen?

Falls dies das Ziel der Pyhtons gewesen sein sollte, kann man ihnen dazu jedenfalls nur gratulieren, da ihnen dies auf mustergültige Weise gelungen ist.